Der Giftbecher oder Schlangenkelch geht auf jene Legende zurück, nach welcher Johannes im Artemis-Tempel in Ephesus kein Götzenopfer dargebracht hat und zur Strafe dafür vergifteten Wein trinken musste. Er sollte damit beweisen, dass sein Gott ihn schützen werde. Johannes segnete den Wein, und das Gift entwich in Form einer Schlange, sodass der Trunk nicht mehr schaden konnte.
Die versuchte Marter in heissem Öl
In der Legenda aurea ist eine weitere Legende überliefert: Am 6. Mai, zur Zeit der Christenverfolgung, sollte Johannes in Rom getötet werden. Um seinen staken Glauben zu brechen, wurde er in heißes Öl geworfen. Für ihn aber, der unter ganz besonderem Schutz Gottes stand verwandelte sich das kochende Öl in kühles Wasser, sodass Johannes völlig verschont blieb. – Daraufhin wurde er vom römischen Kaiser Domitian nach Patmos verbannt, wo er das Buch der Offenbarung, die Apokalypse, niederschrieb.