Johannes mit Maria in Ephesus
Unsere Ephesus-Gemeinschaft schließt sich jener Überlieferung an, die besagt, dass der Apostel Johannes nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu in Kleinasien gewirkt hat. Durch eine Christenverfolgung floh er mit Maria, der Mutter des Herrn, nach Ephesus. In der Zeit nach dem Tod und der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter Maria in den
Himmel wurde Johannes unter Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt, wo er die „Offenbarung des Johannes“ verfasst hat. Später konnte er nach Ephesus zurückkehren und starb dort im hohen Alter, nach der Niederschrift seines Evangeliums.
Auch seine drei Briefe, die in die Heilige Schrift Eingang gefunden haben, hat er wohl in Ephesus verfasst.
Johannes erlebte in der Stadt Ephesus so manches was ihn zur Verteidigung des Glaubens an Jesus Christus herausgefordert hat. So geriet er nach und nach auch immer mehr mit dem Artemistempel in Konflikt; doch durch kraftvolle Worte, Gebete und Wunder entmachtete er den Götzenkult und erlangte schnell sehr hohes Ansehen. Er wurde über
seinen Tod hinaus so verehrt, dass man ihm noch Jahrhunderte nach seinem Tod über dem einmaligen Weltwunder des Tempels der Artemis eine überwältigende Basilika weihte, von der heute noch ein fast unüberschaubares Ruinenfeld Zeugnis gibt.
Bald verbreitete sich die Johannes-Verehrung auch weit über den Osten hinaus, rund um das Mittelmeer und noch weiter. Im Gegensatz zu allen anderen Aposteln und beinahe allen Heiligen der ersten christlichen Jahrhunderte erlitt Johannes keinen Martyrertod. Er starb
nach Irenäus von Lyon in den ersten Regierungsjahren des Kaisers Trajan (101 n. Chr.).