Ephesus Novene
9. Tag - Staune und bete an
Eröffnung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Tagesgebet zum Festtag
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und sie mit Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben. Gib, dass wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen und auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit.
Mariengruß
aus dem Hymnus Akathistos, einem altkirchlichen Marienlob aus Konstantinopel
Sei gegrüßt Maria,
Raum Gottes, den der Raum nicht zu fassen vermag;
Sei gegrüßt, Zugang zum unverfügbaren Geheimnis.
Sei gegrüßt, den Ungläubigen ein widersprüchliches Gerücht;
Sei gegrüßt, den Gläubigen ein unwidersprochenes Rühmen.
Sei gegrüßt, Unversöhnliches hast du versöhnt;
Sei gegrüßt, jungfräulich hast du geboren.
Sei gegrüßt, vergänglich geworden ist durch dich unser Vergehen;Sei gegrüßt, das Paradies hast du wieder zugänglich gemacht.
Sei gegrüßt, du bist der Schlüssel zu Christi Königreich;
Sei gegrüßt, du nährst die Hoffnung auf die ewige Güte.
Sei gegrüßt, du jungfräuliche Gottesgebärerin!
Aus den Visionen der seligen Anna Katharina Emmerick
Nun aber sah ich die Seele der heiligen Jungfrau, welche der Erscheinung Jesu folgte, bei dieser vorüber durch den Felsen in das Grab niederschwebend bald darauf, mit ihrem verklärten Leibe vereinigt, viel deutlicher und leuchtender aus demselben heraussteigen und mit dem Herrn und der ganzen Glorie in das himmlische Jerusalem hinaufziehen, worauf aller Glanz wieder einsank und der stille Sternhimmel die Gegend bedeckte. Ob die vor dem Grabe betenden Apostel und heiligen Frauen alles dieses auch so gesehen haben, weiß ich nicht, aber ich sah, daß sie anbetend und staunend emporschauten oder sich erschüttert mit dem Gesicht auf die Erde niederwarfen. Auch sah ich, wie einzelne, die betend und singend auf dem Kreuzwege mit der Tragbahre heimzogen und bei den einzelnen Stationen verweilten, sich mit großer Rührung und Andacht nach dem Lichte über dem Grabfelsen hinwendeten. So habe ich denn die heilige Jungfrau nicht gewöhnlich sterben und nicht zum Himmel fahren sehen, sondern zuerst ihre Seele, dann ihren Leib von der Erde entnommen werden.
Kurze Betrachtung
Es ist überwältigende Dankbarkeit, die die Apostel, die Jünger, die heiligen Frauen und alle anderen zur Anbetung Gottes in die Knie zwingt. Das Kleinmachen, das Niederknien oder sich Niederwerfen zeigt, dass man nicht zu denen gehören will, die sich als Große aufspielen. Es zeigt dankbare Hingabe, die weiß, welcher Größe sie sich bedingungslos anvertrauen darf, die weiß, wo sie auch in ihrer Kleinheit angenommen und geliebt wird.
„Herr, ich kann nichts Großes bieten, aber ich bin da, um all das dankbar
anzunehmen, was du mir geben willst.“ – Danke für das ewige Leben!
Vater unser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit,
in Ewigkeit. Amen.
Ave Maria (10 mal)
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, vor dem wir niederfallen in Dankbarkeit für das ewige Leben.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Ehre sei dem Vater
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen
Lobpreis
Herrlich strahlst du im Licht, Jungfrau Maria,
Kind aus Davids Geschlecht, Tochter des Königs,
die erhaben nun thront hoch in den Himmeln
und Gebieterin ist über die Engel.
Dem allmächtigen Gott wurdest du Mutter,
hast dem Herrn, der dich schuf, Wohnung bereitet,
ihm den heiligen Schoß willig geboten –
und im Fleische ward Gott Mensch wie wir alle.
Den in Ehrfurcht verehrt Erde und Himmel,
den Erlöser und Herrn, bitten wir heute,
da ins himmlische Reich ganz er dich aufnahm:
Aus dem Dunkel der Welt führ uns zum Lichte.
Dir sei Ehre und Preis, Vater des Lichtes,
dir, dem ewigen Sohn, der uns erlöst hat,
dir, dem Heiligen Geist, Gott dem Dreieinen,
dessen Herrschaft und Reich währen auf ewig.
Amen.
Segensbitte
Herr, unser Gott,
segne uns und lass uns dich wie Maria lieben –
mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all unseren Kräften.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.