9. Station - Maria bleibt mit den anderen Frauen bei Jesus
Maria und ihre Weggefährtinnen werden von Jesus abgedrängt
V: Heilige Maria, Mutter Gottes, um uns zu erlösen, hat dein Sohn den nicht enden wollenden Weg zur Schädelhöhe beschritten
A: Er hat dich von Herzen an sich gezogen und mit deiner liebevollen Begleitung seine unsagbaren Schmerzen durchgetragen.
V: Dankbar rufen wir deinem Sohne zu:
V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,
A: denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V: Das Kreuz, das du auf dich genommen,
A: hat Mutterliebe mitgetragen.
Das Leiden Jesus
L 1: Die Überlieferung redet davon, dass Jesus dreimal gefallen sei.
Versucht man sich aber auch nur ansatzhaft in dieses grausame Geschehen des Kreuzweges hineinzudenken, dann wird klar: die Zahl drei kann nur symbolisch für ein fortwährendes und nahezu unendliches Fallen und Voranquälen stehen. Von Fall zu Fall
wird es für den Menschensohn härter, sich weiterzukämpfen. Von Fall zu Fall werden die Worte, der Spott, die Ekelhaftigkeiten und die Schläge härter. Die Soldaten drängen immer mehr auf ein baldiges Erreichen der Schädelhöhe. Sie haben Angst, dass Jesus diese Härte nicht überleben könnte. Immer enger und dichter wird der Teufelskreis der Henker und ihrer Diener. Immer undurchlässiger und undurchschaubarer wird die Meute der Bedränger.
Und alle, die ihn beweinen, trösten, … stärken könnten, alle, die sich zu ihm bekehren und ihm guttun könnten, – sie alle sollen abgedrängt werden. Doch sie bleiben, so nah es nur geht.
Liedruf: Misericordias Domini
Der Barmherzigkeit Gottes werde ich ewig singen.
Das Mitleiden der Gottesmutter - nach Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick
L 2: „Die Leiden der betrübtesten Mutter der Schmerzen auf diesem Wege, beim Anblick des Richtplatzes und beim Aufsteigen zur Höhe sind nicht auszusprechen. Sie waren innerlich die Schmerzen Jesu und das Gefühl des Zurückbleibens.“ (AKE)
Maria, Veronika, die weinenden Frauen, Maria Magdalena, Johanna, Susanna, Salome, Maria und Martha und bestimmt noch viele mehr sind nicht davongelaufen. Sie sind in der Nähe Jesu geblieben. Doch sie sind in einer solchen Hilflosigkeit gefangen, dass die Tränen und das Klagen, das Aufschreien und die Sprachlosigkeit, das Händeringen und das Bitten nichts mehr ändern können an dem immer näher kommenden Geschehen der Kreuzigung.
Es bleibt nur noch die Kraft ihrer Herzen, die es möglich macht, einander zu halten, zu schützen und zu trösten.
Vor allem aber schenken sie ihr Herz Jesus, dass er gehalten und getragen sei, bis er sein Leben endlich in die Hände des Vaters empfehlen darf.
Stabat Mater dolorosa
Lied nach der Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen
Gebet
V: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter,
A: dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!
V: Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels, du Hilfe der Christen!
V: Wir denken an unsere Brüder und Schwestern in aller Welt, für die es keine äußerliche Hilfe mehr gibt. Wenn sich weder gesellschaftlicher Einfluss noch politische Verhandlungen, weder diplomatische Gespräche noch direkte Forderungen dem Tod in den Weg stellen können, dann gib uns die geistliche Kraft, sie betend und opfernd durch ihr Martyrium zu begleiten. Maria, Mutter des ewigen Lebens, schenke uns die Gewissheit, dass das Sterben in der Treue zu deinem Sohn kein Scheitern ist, sondern ein Sieg über Bosheit, Lüge und Gewalt. Hilf uns mit ganzem Herzen für alle zu beten, die von einer verschlingenden Spirale des Verderbens ergriffen wurden, dass sie in ihrem Sterben ihre Herzen zu Gotterheben und sich unbeirrt gläubig aus den Fängen des Bösenbefreien können.
Confitemini Domino (dt: Bekennt: Der Herr ist gut!)
Abschluss
V: Die Liebe freut sich nicht über das Unrecht.
A: Sie sucht nach der Wahrheit.
V: Die Liebe hält allem stand.
A: Die Liebe hört niemals auf!
V: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,
A: erbarme dich unser.