8. Station - Die Mutter erlebt den Schmerz, dem Sohn nicht helfen zu können
Maria mit Jesus hilflos
V: Heilige Maria, Mutter Gottes, um uns zu erlösen, hat dein Sohn unsere Hilflosigkeit geduldig ertragen.
A: In der Ohnmacht des geschundenen Körpers setzt er das wortlose Zeichen seiner unauslöschlichen Liebe im Leiden durch sein wundervoll verewigtes Gesicht.
V: Dankbar rufen wir deinem Sohne zu:
V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,
A: denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V: Das Kreuz, das du auf dich genommen,
A: hat Mutterliebe mitgetragen.
Das Leiden Jesus
L 1: Der grauenvolle Zug zur Schädelhöhe schlängelt sich durch die Stadt. Der unaussprechliche Widersacher, die alte Schlange, tut alles, um Jesus, den Heiland, zu zerstören. Er zieht ihn so sehr durch den Schmutz, dass man ihn schon fast nicht mehr riechen und ansehen kann. Wohlgekleidete Leute haben pharisäische Angst, sich allein durch den Anblick zu verunreinigen. Abscheu greift um sich. Es wird immer unsagbarer, wie groß die Wut des gefallenen Engels gegen den Gottessohn ist. Es fehlen nach und nach die Worte. Der Verwirrer tobt sich aus. Er schafft es, dass Menschen sich vor Jesus ekeln. Unzählige haben ihn in den vergangenen drei Jahren gesucht, um sich durch ihn von ihren
Leiden und Lasten befreien zu lassen. Jetzt, da er selbst auf der Schattenseite durch ekelhaften Schmutz gezogen wird, flieht man vor ihm. Der Barmherzige ist in grenzenloser Unbarmherzigkeit gefangen, und der Gnadenreiche ist in verächtliche Ungnade gefallen. Der Teufel schafft es, dass jener, der der Liebe sein Gesicht gab, immer unansehnlicher wird.
Liedruf: Misericordias Domini
Der Barmherzigkeit Gottes werde ich ewig singen.
Das Mitleiden der Gottesmutter - nach Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick
L 2: Maria kann es kaum mehr ertragen. Jesus kommt ans Ende seiner Kräfte. Es geht nicht mehr. – Er geht nicht mehr, er fällt nur noch durch die Straßen. Und er fällt immer wieder aus dem Anblick der Mutter. Es schmerzt sie tief, ihrem Sohn äußerlich nicht helfen zu
können. Aber – Gott sei Dank – kommt auch diesmal jemand des Weges, mit dem sie sich in Liebe verbünden kann. Es ist Seraphia, die Frau des Sirach. Sie trägt einen Namen, der an Engel erinnert.
Er kann darauf hinweisen, dass sie von Gott gesandt ist, um Liebe in den Hass zu tragen. Sie versucht dies schon seit der Begegnung Jesu mit Maria. Sie will ihm nur einen Schluck zu trinken und ein Tuch zum Abwischen seines Gesichtes bringen. Maria leidet darunter, nicht selber helfen zu können. Sie ist aber von Herzen dankbar, als sie sieht, dass Seraphia sich durch die Schergen und das Gesindel nicht aufhalten lässt zu helfen. Sie reicht dem Herrn das Tuch. Er nimmt es dankend an und drückt es mit beiden Händen auf sein Gesicht. Dann gibt er es Seraphia zurück. Zwei Minuten für die Ewigkeit! – Und gleich zerren und schlagen sie wieder auf ihn ein und treiben ihn voran. Seraphia geht nach
Hause. Dort will sie das Tuch vorbereiten, um es dann gut aufbewahren zu können. Als sie es ausbreitet, sieht sie, dass sich das blutige Angesicht Jesu auf wunderbare Weise deutlich abgedrückt hat. Sie hält das wahre Bild (vera ikona) Jesu am Herzen und wird von da an Veronika genannt, die, die das wahre Bild Jesu kennt.
Stabat Mater dolorosa
Lied nach der Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen
Gebet
V: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter,
A: dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!
V: Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels, du Hilfe der Christen!
V: Wir denken an unsere Brüder und Schwestern in aller Welt, die man durch Rufmord zum Schweigen bringen will, wenn sie offen über dich reden. Unsere Gedanken sind bei denen, die man durch Lügengeschichten verleumdet, weil sie von deiner Wahrheit Zeugnis geben. Wir vereinen uns mit denen, denen man ihr Ansehen zerstört, weil sie auf dich schauen und deinem Evangelium ihr Gesicht geben. Wir erinnern uns an die, denen man Hände und Füße in Ketten legt, weil man befürchtet, dass sich aus ihrem Handeln Schritt für Schritt ein Lauffeuer der Liebe entfesselt. Maria und Veronika, Vorbilder unserer mutigen Treue, erbittet uns die Kraft, Hürden zu überwinden und all jene zu unterstützen, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit. Jesus hat uns sein Gesicht hinterlassen. Ermutigt uns, dass auch wir ihm unser Gesicht geben, durch das er denen Ansehen schenken kann, die sich übersehen fühlen.
Confitemini Domino (dt: Bekennt: Der Herr ist gut!)
Abschluss
V: Die Liebe freut sich nicht über das Unrecht.
A: Sie sucht nach der Wahrheit.
V: Die Liebe hält allem stand.
A: Die Liebe hört niemals auf!
V: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,
A: erbarme dich unser.