7. Station - Der verwehrte Blick beim zweiten Fall
Maria sieht Jesus mit dem Herzen
V: Heilige Maria, Mutter Gottes, um uns zu erlösen, hat sich dein Sohn der Schaulust und Neugierde nicht entzogen.
A: Unter den sensationsgierigen Blicken
fällt Jesus ein zweites Mal.
V: Dankbar rufen wir deinem Sohne zu:
V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,
A: denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V: Das Kreuz, das du auf dich genommen,
A: hat Mutterliebe mitgetragen.
Das Leiden Jesus
L 1: Die Augenblicke in den Armen der Mutter waren tröstlich und kraftvoll, aber viel zu kurz. Jesus ist der mütterlichen Zuwendung entrissen. Die Menge der Schaulustigen wird immer größer und dichter. Jesus wird hin- und hergestoßen im geschäftigen Treiben der Straßen Jerusalems. Die Freunde Jesu werden zurückgedrängt und zu Außenseitern gemacht. Neugierige drängen sich in die erste Reihe. Jesus kann nicht mehr weiter; er fällt in diesem Getümmel schmerzlich auf den Steinboden. Weinend liegt Jesus mit dem Gesicht im Schmutz. Die Last der Kreuzestrümmer und die Bedrängnis der Blutrünstigen machen es ihm unmöglich, alleine aufzustehen. Mitleidige Fromme bedauern ihn selbstgerecht im Vorbeigehen auf ihrem Weg zum Gebet im Tempel. Jesus ist kaum
mehr vom Unrat der Straße zu unter-scheiden. Fast unsichtbar geworden im Abfall und Dreck der Gasse, hält er erbärmlich nach Hilfe Ausschau.
Liedruf: Misericordias Domini
Der Barmherzigkeit Gottes werde ich ewig singen.
Das Mitleiden der Gottesmutter - nach Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick
L 2: Maria hat man längst wieder abgedrängt. Sie selbst schafft es kein zweites Mal, zum Sohn durchzudringen. – Jetzt sieht sie ihn nicht einmal mehr. Er liegt irgendwo in den dichten Menschenmassen.
Er liegt seinen Peinigern zu Füßen. Maria aber sieht, dass Simon zu Jesus gerufen wird. Sie kann es kaum aushalten, ihrem Sohn nicht wenigstens mit ihren Blicken folgen zu dürfen. Und aus ihrem sehnsuchtsvollen Mitleiden sendet sie ihre ganze Kraft der
Zuwendung ins Herz des Mannes von Cyrene. Sie betet für Simon und bittet den himmlischen Vater, ihn zum Boten ihrer Liebe zu machen. Und der, der sich erst mit Händen und Füßen wehrt, zu diesem „Verbrecher“ zu gehen und ihm zu helfen, er durchschreitet jetzt, wie Maria beim ersten Fall, die Menge. Er beugt sich zu Jesus und hebt ihn samt seiner Last auf. So aufgerichtet erhebt Simon den Herrn wieder zum Anblick derer, die ihm äußerlich nicht nahe sein dürfen. Über die Köpfe derjenigen hinweg, die der Liebe im Weg stehen, kann Maria ihrem Sohn jetzt wieder liebevolles Ansehen schenken und ihm wortlos sagen: „Jesus, siehe da, deine Mutter!“
Stabat Mater dolorosa
Lied nach der Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen
Gebet
V: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter,
A: dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!
V: Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels, du Hilfe der Christen!
V: Wir denken an unsere Brüder und Schwestern in aller Welt, die hilflos unter einem Kreuz in die Knie gegangen sind. Es gibt viele Länder, in denen Christen völlig unerwünscht sind. Dort wird alles getan, um sie zu vertreiben. Von zynischen und scheinheiligen Versuchen bis hin zu gehässig brutalen Attacken müssen sie alles ertragen, was man ihnen aufbürdet und zumutet. Wenn sie unter diesen Bedrängnissen in die Knie gehen, dann lass uns so bei
ihnen sein, wie du, Maria, bei Jesus warst. Obwohl wir sie nicht von Angesicht zu Angesicht sehen und sie vielleicht weit von uns entfernt sind, wollen wir ihnen dennoch von Herzen nahe sein.
Maria, du Hilfe der Christen, stärke unsere Verbundenheit mit ihnen. Mit deiner Liebe vereint, erlange unserem Gebet die Kraft, sie in ihrer Ohnmacht aufzurichten und ihnen wieder auf die Beine zu helfen.
Confitemini Domino (dt: Bekennt: Der Herr ist gut!)
Abschluss
V: Die Liebe freut sich nicht über das Unrecht.
A: Sie sucht nach der Wahrheit.
V: Die Liebe hält allem stand.
A: Die Liebe hört niemals auf!
V: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,
A: erbarme dich unser.