4. Station - Liebe begegnet Bosheit und Hass
Maria mit Jesus in Bosheit und Hass
V: Heilige Maria, Mutter Gottes, um uns zu erlösen, hat dein Sohn Spott und Hohn der aufgebrachten Menge ausgehalten.
A: Vor dem Richterstuhl des Pilatus hat er Lüge und Zorn über sich ergehen lassen.
V: Dankbar rufen wir deinem Sohne zu:
V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,
A: denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V: Das Kreuz, das du auf dich genommen,
A: hat Mutterliebe mitgetragen.
Das Leiden Jesus
L 1: Die Verantwortlichen der Synagoge werfen Jesus lautstark und öffentlich Gotteslästerung und Gesetzesbruch vor. Sie behaupten, Jesus verführe das Volk und bringe es gegen den Hohen Rat und gegen Gott auf. Ihr Hass und ihre Angst aber machen offenkundig, wie sehr sie doch selbst die Aufwiegler sind. Sie sind es, die nicht davor zurückscheuen, das Volk durch Verleumdung und Hinterlist sogar bis an den Rand eines Aufstandes zu treiben. Sie erheben die Fäuste, übertönen die Wahrheit mit Geschrei, erfüllen ihre hilflose und vergebliche Suche nach haltbaren Vorwürfen gegen Jesus mit tödlichen Lügen und bedrängenden Machtspielen.
Noch am Richtersitz des Pilatus streiten und zanken sie herum, um schließlich die Wahrheit gänzlich zu verdrehen. Sie kritisieren sein Urteil und lehnen die von ihm festgelegte Aufschrift über dem Kreuz ab. Sie schreien, er dürfe nicht schreiben: “Jesus von Nazareth,
König der Juden.” Und Pilatus schreit ungeduldig und höhnisch zurück: “Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben!”
Liedruf: Misericordias Domini
Der Barmherzigkeit Gottes werde ich ewig singen.
Das Mitleiden der Gottesmutter - nach Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick
L 2: Irgendwo in dieser aufgebrachten Menge steht Maria zu ihrem Sohn. Es muss unerträglich gewesen sein, dieses boshafte Schreien und Rufen gegen ihr unschuldiges Kind. Jedes Lügenwort wie ein Stich ins Herz der Mutter! Jede Ablehnung wird für sie zur
wortlosen Aufforderung, sich ohne Rücksicht auf das eigene Leben durchzukämpfen zum Sohn, um sich schützend vor ihn zu stellen, doch Maria scheint äußerlich machtlos und innerlich der Ohnmacht nahe. Jede Lüge, jeder Vorwurf, jede Ungerechtigkeit, was dem Sohn gilt, trifft auch sie. – Doch während die Anführer und Hetzer Jesus mit abscheulichen Worten schlecht machen, beginnt Maria in der Allmacht der Liebe zu segnen; sie setzt allem Wortmüll die Herzensworte ihres Gebetes entgegen. Sie entmachtet jeden Fluch durch ihren Segen. Ihr Herz weiß und ihre Lippen bekennen: Er ist über alles gut und gerecht! Pilatus ahnt wohl die Wahrheit und doch verleugnet er sie. Seine Feigheit macht ihn zum gnadenlosen Lügner! – Ganz anders Maria! Auch sie steht in Bedrängnis. Doch sie bewahrt die Wahrheit und verleugnet sie nicht. In unbeirrbarer Liebe birgt und schützt sie
die Wahrheit in ihrem betenden und segnenden Herzen. – Pilatus entzieht sich händewaschend der Wahrheit. Maria aber erhebt ihre Hände hilferufend zum Himmel, sie leidet mit Jesus und dient so der ewigen Wahrheit.
Stabat Mater dolorosa
Lied nach der Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen
Gebet
V: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter,
A: dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!
V: Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels, du Hilfe der Christen!
V: Wir denken an unsere Brüder und Schwestern in aller Welt, die wegen ihres Glaubens höhnisch verspottet werden und zynischer Bosheit standhalten müssen. Herausfordernde Fragen wollen das Wissen des gläubigen Herzens widerlegen. Und wenn Christen in
unbeschreiblich schlimmen Ereignissen sprachlos sind, wird ihr Schweigen als Hilflosigkeit ausgelegt und ihr Glaube mit beißender Schadenfreude lächerlich gemacht. – Ermutige alle
Christen, du Mutter des fleischgewordenen Wortes! Hilf ihnen in der Kraft ihres treuen und vertrauensvollen Gebetes, Spott und Hohn, Bosheit und Hass zu durchschreiten. Stärke durch deine Fürbitte ihre Gewissheit, dass das ewige Wort mächtiger ist als alles bösartige Geplapper gottloser Menschen.
Confitemini Domino (dt: Bekennt: Der Herr ist gut!)
Abschluss
V: Die Liebe freut sich nicht über das Unrecht.
A: Sie sucht nach der Wahrheit.
V: Die Liebe hält allem stand.
A: Die Liebe hört niemals auf!
V: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,
A: erbarme dich unser.