12. Station - Jesu Kreuz verwandelt sich zum Siegeszeichen

ephesus kreuzweg
Maria und Jesus auf dem Höhepunkt des Kreuzweges

V: Heilige Maria, Mutter Gottes, um uns zu erlösen, hat dein Sohn sich auf Golgota über alle erhöhen lassen. 
A: Mit aller Macht unterstützen die Gewalten der Natur, den ohnmächtig geglaubten Erlöser.

V: Dankbar rufen wir deinem Sohne zu:

V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,

A: denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V: Das Kreuz, das du auf dich genommen,

A: hat Mutterliebe mitgetragen.

Das Leiden Jesus

L 1: Das Kreuz wird aufgerichtet. Das Urteil ist vollzogen. Doch das Elend nimmt kein Ende. Es ist, als ob die Soldaten, Pharisäer, Schriftgelehrten, Ältesten, Henker, Gaffer und Sensationslustigen nach getaner Arbeit jetzt erst so richtig Zeit finden, sich dem Spott hinzugeben. Ein ekelhaftes Stimmengewirr umgibt den Gekreuzigten.
Die Feinde und der Feind geben einfach keine Ruhe. 
Doch es dauert nicht mehr lange, dann wird der Himmel sie zum Schweigen bringen. Und sie werden selbst in die Angst fallen, die sie jetzt verbreitet haben. Sie werden sich wie geschlagen in den Straßen verkriechen, durch die sie den Gottessohn geprügelt haben. Ihre Herzen werden sie verurteilen, weil sie ein ungerechtes Urteil teuflisch ausgekostet haben. Ihre wuterfüllten Hammerschläge verwandeln sich in ihren Ohren in angsteinflößende Donnerschläge, unter denen der Himmel vibriert. Ihre Verblendung
schießt ihnen mit zuckenden Blitzen vom Himmel ins versteinerte Herz. Der Boden unter ihren Füßen, auf dem sie so stark und mächtig aufgetreten sind, er bebt; Abgründe tun sich in ihnen auf. Der Himmel bringt die Welt zum Schweigen und Christus der Gekreuzigte hat das Wort!

Liedruf: Misericordias Domini

Der Barmherzigkeit Gottes werde ich ewig singen.

Das Mitleiden der Gottesmutter - nach Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick

L 2: Endlich hört die Mutter wieder die Stimme des Sohnes. Dem Tode nah, spricht er seine letzten Worte zur Welt. Und die Mutter antwortet wortlos mit ihren Blicken voller Liebe. Sie sieht ihn, wie er nach den letzten Atemzügen ringt. Sie weiß: er stirbt. Doch selbst in den Tod hinein will sie mitgehen. Wie sehr wird ihr Herz darum gebetet haben, dass sie mit dem Sohn in die Herrlichkeit des Himmels gehen darf. In dieser Sehnsucht, niemals von ihrem
geliebten Jesus getrennt zu werden, steht sie unter dem Kreuz an seiner Seite. Traurigkeit, Bewunderung und Anbetung gehen ineinander. Sie hört sein unglaubliches Gebet für seine Feinde. Sie vernimmt die Zusage, dass jeder, der reuevoll zu Jesus kommt, das Paradies offen findet. Und dann wendet er sich ihr selbst zu. Wer vermag auch nur zu erahnen, welche Liebe in diesem Blick liegt! – Er sieht sie an und ihr wird klar: Sie kann nicht mit ihm gehen. 
Sie muss noch bleiben als Mutter aller, die an ihn glauben. Sie muss bleiben, damit am Ende nicht die Verlassenheit siegt, damit eine da ist, wenn die Menschen hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, wenn sie sich nach ihm sehnen und nicht wissen, wie sie ihn wiederfinden in ihrem Leben. Sein Werk auf Erden ist vollbracht. Er kann und darf jetzt seinen Geist in die Hände des Vaters empfehlen. Maria aber muss bleiben, um mit den Aposteln und Jüngern den neuen Weg zu gehen, aus dem einmal die Kirche werden soll. Sie legt er der Mutter ans Herz.

Stabat Mater dolorosa

Lied nach der Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen

Gebet

V: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter,

A: dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!

V: Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels, du Hilfe der Christen!

V: Mit dir und allen Brüder und Schwestern in aller Welthören wir die Worte deines Sohnes:

  • Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
  • Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.
  • Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?
  • Frau, siehe, Dein Sohn.
  • Mich dürstet.
  • Es ist vollbracht.
  • Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.

Maria, du unsere Mutter, gib uns die Kraft, den Feinden zu vergeben. Schenke uns den tiefen Glauben an das ewige Leben bei Gott. Lass uns Verlassenheit aushalten und die Sehnsucht nach Jesus nie aus unseren Herzen verlieren. Wenn der Tag und die Stunde gekommen sein wird, da wir in dieser Welt alles vollbracht haben, dann hilf uns, unser Leben in die Hände des himmlischen Vaters zurückzulegen.

Confitemini Domino (dt: Bekennt: Der Herr ist gut!)
Abschluss

V: Die Liebe freut sich nicht über das Unrecht.

A: Sie sucht nach der Wahrheit.

V: Die Liebe hält allem stand.

A: Die Liebe hört niemals auf!

V: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,

A: erbarme dich unser.

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