11. Station - Jesus wird ans Kreuz genagelt

ephesus kreuzweg
Maria und die herzdurchbohrenden Hammerschläge

V: Heilige Maria, Mutter Gottes, um uns zu erlösen, hat dein Sohn sich ans Kreuz schlagen lassen.
A: Kraftlos und dem Tode nah, fügt er sich und lässt sich auf seine Liebe festnageln.

V: Dankbar rufen wir deinem Sohne zu:

V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,

A: denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V: Das Kreuz, das du auf dich genommen,

A: hat Mutterliebe mitgetragen.

Das Leiden Jesus

L 1: Ohrenbetäubend sind die wütenden Hammerschläge, mit denen die Nägel durch die Hände und Füße des Herrn getrieben werden.
Jeder Schlag kommt einer unerträglichen Kundgebung blutrünstigen Wahnsinns gleich. Die Henker bearbeiten jetzt den Leib des Herrn, so wie sie vorher das Kreuzesholz zurecht geschlagen haben. Was nicht passt, wird passend gemacht. Und so zerren sie am Körper Jesu, um seine Hände und Füße an die zum Festnageln vorbereiteten Stellen zu ziehen. Was jetzt noch nicht verletzt und ausgerenkt ist – spätestens bei dieser Folter geschieht es. Und immer wieder von neuem die nerventötenden und herzdurchbohrenden Hammerschläge, vermischt mit gröhlenden Jubelrufen der Schaulustigen, vom wimmernden Wehklagen der Freunde Jesu und vom Aufschreien des Herrn selbst. Wie könnte ein Mensch, dessen Herz noch nicht völlig versteinert ist, so etwas tun? Es braucht teuflische Freude an Leid, Qual, Schmerz und Verderben, um diese Schläge auszuführen.

Liedruf: Misericordias Domini

Der Barmherzigkeit Gottes werde ich ewig singen.

Das Mitleiden der Gottesmutter - nach Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick

L 2: Und hätte sich Maria noch so dicht die Ohren verschlossen – sie hätte diese grausamen Hammerschläge nicht überhören können.
Dieses Aufprallen Eisen auf Eisen fährt ihr durch Mark und Bein.
Jeder Schlag ein unsichtbarer Dolchstoß in ihr Mutterherz. Sie leidet mit ihm. Selbst der Ohnmacht und dem Tode nah, findet sie nicht einmal mehr Worte, um mit ihm zu jammern und zu klagen.
In den Armen der Frauen, die bei ihr sind, verliert sie die Kraft und sinkt zusammen. Die Schergen und herannahenden Pharisäer hören ihr leises Weinen und sehen ihr Mitleiden. – War da vielleicht doch noch ein letzter Hauch von Menschlichkeit in ihnen? – Sie können und wollen eine Mutter nicht so leiden sehen.
Sie haben aber auch nicht den Mut, das, was nicht mehr aufzuhalten ist, wenigstens ohne brutale Qual und Verzögerung auszuführen, … so lassen sie Maria wegdrängen – und sie
verschwindet aus ihrem Blickfeld. Sie verschließen ihre Herzen und Augen vor dem Leid der Mutter und des Sohnes. Sie nehmen beiden die letzte Möglichkeit, einander nahe zu sein. 
Manche wenden ihre Augen zum Himmel und bringen die herzzerreißende Brutalität mit den fragenden Worten zum Ausdruck: „O, dass die Erde diese Peiniger nicht verschlinge? –
Dass nicht Feuer vom Himmel sie verzehre?“ (AKE)

Stabat Mater dolorosa

Lied nach der Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen

Gebet

V: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter,

A: dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!

V: Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels, du Hilfe der Christen!

V: Wir denken an unsere Brüder und Schwestern in aller Welt, die wegen ihres Glaubens gefoltert werden. Welche Schmerzen werden ihnen zugefügt! Im Erfinden quälender Methoden kennt die Phantasie keine Grenzen. Unerträglicher Schmerz soll jeden
Widerstand brechen und in den Wahnsinn treiben. Wenn Mund und Seele schreien, weil sie mit Fäusten und Worten in den Tod getrieben werden, dann, du Trösterin der Leidenden, lass uns Ohren und Herzen nicht verschließen. Gib uns die Kraft, nicht aufzuhören, über die zu reden, die man mundtot gemacht hat, und für die zu beten, die deinen Sohn unter Angst und Qual verraten sollen.

Confitemini Domino (dt: Bekennt: Der Herr ist gut!)
Abschluss

V: Die Liebe freut sich nicht über das Unrecht.

A: Sie sucht nach der Wahrheit.

V: Die Liebe hält allem stand.

A: Die Liebe hört niemals auf!

V: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,

A: erbarme dich unser.

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