1. Station - Jesus schwitzt Blut und Wasser
Maria mit Jesus am Ölberg
V: Heilige Maria, Mutter Gottes, um uns zu erlösen, hat dein Sohn die angstvollen Stunden auf dem Ölberg ertragen.
A: Im Garten Getsemani hat er Blut und Wasser geschwitzt.
V: Dankbar rufen wir deinem Sohne zu:
V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,
A: denn durch dein Heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V: Das Kreuz, das du auf dich genommen,
A: hat Mutterliebe mitgetragen.
Das Leiden Jesus
L 1: Das Letzte Abendmahl ist gefeiert. In Brot und Wein hat Jesus ein lebendiges Zeichen seiner Hingabe gesetzt. Nun verlässt Jesus den geschützten Raum. Er geht hinaus auf den Ölberg. Angst liegt in der Luft und macht das Atmen schwer. Wie Nebel umschleicht ihn
der eiskalte Hauch des Versuchers. Jesu weites Herz wird eng durch Schwermut und Traurigkeit; der Widersacher spinnt ein Lügennetz, in dem sich Jesus verfangen soll. Mit hinterlistigen Schreckensbildern und Einflüsterungen drängt ihn der Verwirrer derart in Seelenqualen, dass er sich wie ein Wurm am Boden windet. Jesus kämpft! Er kämpft den Kampf der Liebe. Er kämpft den Kampf der Erlösung, den er für uns gewinnen wird.
Liedruf: Misericordias Domini
Der Barmherzigkeit Gottes werde ich ewig singen.
Das Mitleiden der Gottesmutter - nach Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick
L 2: Maria hat es längst geahnt. Ihr Sohn gibt alles, er gibt sich selbst.
Die Worte seiner Hingabe hat sie gehört. Sie bohren sich wie schmerzliche Pfeile in ihr Mutterherz. Sie wich innerlich ohnehin nie von seiner Seite, aber jetzt bleibt sie ihm so nah wie nie zuvor. Sie weiß mit dem Herzen: Er braucht sie. Er braucht ihr Mitleiden. Verborgen und doch ganz nah, weicht sie jetzt keinen Schritt mehr von der Seite ihres geliebten Sohnes. Sie geht im Hintergrund mit hinaus auf den Ölberg. Sie hört seine Stimme in
ihrem Herzen, sein Ringen und Kämpfen, sein Rufen und Fragen, sein Bitten und Flehen. Ihr Herz blutet in Liebe zu ihm, der für uns Blut schwitzt. Sie liebt ihn wie kein anderer Mensch. Sie will nicht, dass er leidet. Sie will nicht, dass er allein ist, sie will nicht, dass er stirbt. – Die Mutter lässt den Sohn nicht allein. So wird die Liebe der Mutter zum Leiden, zum verborgenen Mitleiden mit dem geliebten Sohn. Sie spricht deutlicher als je zuvor ihr JA, das das Nein der Herzlosen und Verschlossenen liebevoll übertönt. Sie lässt nicht zu, dass die Lüge über die Wahrheit triumphiert! Sie lässt nicht zu, dass der Reine in den Schmutz gezogen wird. Sie lässt nicht zu, dass das Licht der Welt vom Schattenhauch der
ewigen Einsamkeit erstickt wird. Sie leidet geheimnisvoll mit ihm.
Stabat Mater dolorosa
Lied nach der Melodie: Christi Mutter stand mit Schmerzen
Gebet
V: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter,
A: dass wir würdig werden der Verheißungen Christi!
V: Erhabene Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels, du Hilfe der Christen!
Wir denken an unsere Brüder und Schwestern in aller Welt, die verfolgt werden und aus blinder Ideologie unter bestialischem Gegröle in den Tod gerissen werden, weil sie sich zu deinem Sohn bekennen. Ihr Martyrium macht uns sprachlos und kann uns nur noch betend auf die Knie fallen lassen. Doch schmerzt uns auch unsere äußere Ohnmacht, so wird doch unser Gebet aus der Tiefe unserer Herzen zum hoffnungsvollen Ruf nach der Allmacht deines Sohnes!
Confitemini Domino (dt: Bekennt: Der Herr ist gut!)
Abschluss
V: Die Liebe freut sich nicht über das Unrecht.
A: Sie sucht nach der Wahrheit.
V: Die Liebe hält allem stand.
A: Die Liebe hört niemals auf!
V: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,
A: erbarme dich unser.