Vom Saulus zum Paulus - die große Wende
Eine Zeit inneren Schauens
Was Saulus sah, sah er mit den Augen seines Herzens. Die Augen seines Leibes waren nicht in der Lage zu schauen, was ihn vom Verfolger zum Verkünder umformen sollte. Nachdem Saulus sich erhoben hatte, war er blind. Der starke Mann erscheint seinen Begleitern plötzlich gebrochen und schweigsam. Der Anführer muss geführt werden. Der Beobachter mit scharfem Blick hat seinen bisherigen Weg verloren. Saul verkriecht sich für drei Tage und drei Nächte (!) Er isst nicht und trinkt nicht. Der „alte“ Saulus scheint zu sterben, damit der „neue“ Paulus auferstehen kann. Als Antwort auf seine Frage nach dem Sturz: „Was soll ich tun?“ sieht sein inneres Auge einen Mann aus dem Volk, Ananias, der zu ihm kommen wird. Von Gott geführt, kam dieser bis in die Innerlichkeit des Paulus und legte ihm die Hände auf. Er fragte ihn nach seinem Glauben an Jesus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, den Gottessohn und gesandten Messias. Nach zustimmender Antwort auf alle großen Heilsgaben Gottes taufte er ihn.
Als Saulus zum Paulus geworden war und wieder öffentlich redete und die Zeit seiner erzwungenen Innerlichkeit vorbei war, ging er in die Synagoge und redete frei wie einst sein großer Gegner Stephanus.
Und er erlebte auch dieselbe Reaktion: erhobene Fäuste, kein ordentliches Urteil, Verfolger und Steinigungsabsichten…
Er musste mit Hilfe seiner christlichen Brüder fliehen und wird von diesem Tag an ein ewig Kommender und Gehender bleiben, bis man ihn enthaupten wird, damit sein Denken und Erkennen, sein Reden und Tun endlich ein Ende haben mag.