Maria und Johannes unter dem Kreuz
"Sohn, siehe deine Mutter!"
(vgl. Joh 19)
Da nun die Gottesmutter auf diese Weise von Jesus selbst zum Urbild der Kirche und zur Hilfe der Christen erhoben wurde, dürfen wir erkennen, dass alle ihre Wege mit Jesus auch unsere Wege sein sollen, also auch der schrecklichste aller Wege, der unter dem kaum erträglichen Kreuz.
Wenn die Mutter sich aus Liebe dem Leid nicht entziehen konnte, so soll nun unser Mitgehen am Kreuzweg mit Maria auch unsere Liebe zum Gottessohn bedeuten.
Einer Empfehlung der Mystikerin Rosalie Püt folgend und durch die Visionen der seligen Anna Katharina Emmerick veranschaulicht, legt diese Kreuzwegandacht ihr besonderes Augenmerk auf das geheimnisvolle Mitleiden der Gottesmutter auf dem Kreuzweg ihres Sohnes.
Die Betrachtungen wollen auch den unverzichtbaren und mittragenden Platz der Mutter Kirche auf den unzähligen Kreuzwegen der Menschen in aller Welt betonen. Sie wollen alle Glieder am einen Leib der Kirche einladen, treu und unverbrüchlich an der Seite der Bedrängten und Verängstigten, der Verfolgten und Leidenden, der Trauernden und Hoffnungslosen, der Gefolterten, Gequälten und für Christus Sterbenden zu bleiben.
Durch Gebet und tätige Liebe der Kirche, die sich am Urbild der Gottesmutter orientiert, soll sich der Name des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes als wahr und wirksam erweisen: Gott ist da, er heilt und rettet, er haucht zeitliches und ewiges Leben ein.