Paulus war in Ephesus der allgegenwärtigen Konfrontation mit einem Vielgötterglauben ausgesetzt. Von daher versteht man, dass Paulus (vgl. 1 Kor 8,4-6) sehr deutlich den einen Gott und den einen Herrn Jesus diesen Naturgöttern entgegenstellt. Der stadtprägende Kult war aber eindeutig der Artemiskult an ihrem Tempel.
Artemis - Göttin der Selbstbestimmung
Damit war die Stadt auch Mittelpunkt der Amazonen-Göttin, die vor allem den Frauen die Kraft zur freien Selbstbestimmung gab.
Sie galt auch als Fruchtbarkeitsgöttin und Verkörperung triebhafter Fortpflanzung.
Artemis - "Mistress of Beasts"
Artemis galt auch als die sogenannte „Mistress of Beasts“, als Herrin über alles Tierische, über die freie Natur und über die Jagd.
Artemis - "Queen of the Night"
Zu den typischen Beigaben ihrer Darstellungen bzw. zu ihren Markenzeichen gehörten der Pfeil sowie der silberne Bogen. Diesen hatten ihr die Kyklopen zum Geschenk gemacht. Er galt als Symbol für die Mondsichel und damit auch als Hinweis auf Artemis als Königin der Nacht.
Der Artemistempel, ein Ort der Reichen
Der Tempel der Artemis war zugleich auch ein großes Bankhaus, in dem die Menschen ihre Schätze in größtem Vertrauen einer göttlichen Schutzmacht anvertrauten. Hinter ihrem Bild und unter ihrem Schutz befand sich sozusagen die Schatzkammer der Provinz Asia.
Ephesus, eine Stadt voller Götzenpriester und Animateure
Die Altstadt war durch und durch eine Heiligtums- und Priesterstadt. Ein ganzes Heer von Priesterinnen und Priester (allesamt Eunuchen) standen unter der Leitung eines Oberpriesters. Um sie herum sammelten sich eine ungeheure Zahl von Tempelhütern, Sängern, Musikern, Trägern, Zauberern und Fakieren. Sie alle mussten die religiöse Begeisterung in ungebrochenem Schwung halten.
Der Artemistempel als Zufluchtsstätte für Verbrecher
Der Tempel besaß auch das Asylrecht für alle Verbrecher und zog von daher auch so manche zweifelhafte Personen an, die sich dem Gesetz oder einem ordentlichen Prozess bzw. Urteil entziehen wollten.
Größenvergleich zum Tempelbauwerk
Der Tempel war in seinen Ausmaßen in etwa so groß wie der heutige Kolner Dom.