Der Kreuzweg Mariä bei Ephesus

ephesus kreuzweg
Der erreichtete Kreuzweg

Die Heilige Jungfrau Maria hatte vom Apostel Johannes in der Nähe ihrer Wohnung einen Kreuzweg errichten lassen. Sie hatte die Orte des bitteren Leidens Jesu selber geordnet und ihren Abstand nach Schritten gemessen.

Diese Schritte, die ihr Sohn gehen musste und die sie mitgegangen ist, hatte sie nach dem Tod Jesu so oft gezählt. Jeder von ihnen war unverzichtbar auf dem Erlösungsweg.

An genau festgelegten Stellen ließ sie jeweils einen Denkstein an die Leidensstationen aufstellen. Maria ritzte in den Steinen, was dort geschehen war und wie viele Schritte es von Anfang bis dahin waren.

Es waren zwölf Stationen. Und am Ende führte der Weg in ein Gebüsch, wo eine Höhle an einem Hügel als heiliges Grab dargestellt war.

Die glatten Denksteine von weißem Marmor befanden sich in kleineren oder größeren Bodenvertiefungen, die mit Gras und Blumen bewachsen und ringsum eingezäunt waren. 

Die Vertiefungen waren so breit, dass jeweils zwei Menschen den Stein nebeneinander umschreiten konnten.

Jeder Stein hatte oben eine Aussparung, in die man ein mitgetragenes Kreuz, das mit einer Stütze versehen war, hineinstellen konnte.

Möglicherweise war das Kreuz, das die heilige Jungfrau sonst in ihrem Haus aufbewahrte. Es war ein sogenanntes Gabelkreuz. Sein Stamm war aus Zypresse, der eine eingesteckte Kreuzesarm aus Zedernholz und der andere aus Palme. Das INRI-Schild war aus Olivenholz. Das Kreuz war in etwa 40 cm groß.

Nach der jeweiligen Betrachtung wurde der Stein mit einer Matte bedeckt.

Die Orte und Vertiefungen um die Steine waren unterschiedlich. Allein der „Kalvarienberg“ befand sich auf einem Hügel.

Zum Heiligen Grab ging man über eine Anhöhe, dann auf der anderen Seite an den Denkstein und dann noch einmal tiefer bis an den Fuß dieser Anhöhe. In dem dort befindlichen Grab ruhte nach ihrem Sterben auch Maria bis zu ihrer Himmelfahrt.

Der Kreuzweg ist im Lauf der Jahrhunderte aus dem Blick geraten und liegt zusammen mit dem Grab Mariens unter dem Schutt der Zeiten verborgen, bis beide zu gottgewollter Zeit wieder ans Tageslicht kommen sollen. Kenntnis darüber hat man aus den Visionen der Seligen Anna Katharina Emmerich und durch einzelne aufgefundene Steine, die der Beschreibung der Denksteine entsprechen.

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