Hl. Paulus in Ephesus

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Ein erster Kurzbesuch in Ephesus

Schon zweimal hatte der Geist Gottes den Paulus davon abgehalten, nach Ephesus zu gehen. Jetzt aber war es an der Zeit. Auf dem Weg von Korinth nach Antiochia wollte er in Ephesus Station machen. Er war unterwegs mit Silas und Timotheus, mit Aquila und Priscilla. Es dürfte das Jahr 52 gewesen sein, in dem er im großen Hafen von Ephesus ankam und über einen etwa 2 km langen Kanal zum inneren Hafen gelangte. Damit standen er und seine Begleiter unmittelbar vor den stolzen Gebäuden der Agora (des Marktplatzes) und in Sichtweite des halbrunden griechischen Theaters. Er konnte zunächst nur eine Woche und damit auch nur einen Sabbat in Ephesus bleiben. Seine messianische Predigt in der Synagoge fand großen Anklang, und er musste versprechen, bald wiederzukommen. Sein Weg führte ihn also weiter nach Jerusalem und schließlich nach Antiochien. Dort verbrachte er den Winter. Im Frühjahr hörte er davon, dass seine Gegner in Kleinasien eine Gegenmission vorbereiten. Er eilte auf dem schnellsten Weg wieder nach Ephesus zurück und bestärkte unterwegs die schon bestehenden Gemeinden.

Großer Aufenthalt in Ephesus

Es dauerte schließlich noch bis zum Jahr 54, bis Paulus wieder in der ersten Metropole Asiens, Ephesus, ankam. Mit Athen und Jerusalem gehörte Ephesus auch zu den drei sogenannten „heiligsten drei Stätten“ des Altertums. In Ephesus befand sich der zu den sieben Weltwundern gehörige Tempel der Artemis. Damit war die Stadt auch Mittelpunkt des asiatischen Zauberwesens, das Paradies der Laster und der zweifelhaften Freuden des Orients.

Neben der Artemisverehrung blühte auch der Kult des göttlichen römischen Kaisers nirgends mehr als in Ephesus. Paulus brauchte also einen unbeugsamen Mut, um gegen Artemis und den Kaiser anzutreten. Der römisch-kaiserlichen Staatsmacht konnte er doch nichts anderes, entgegenstellen als die kleine armselige Geschichte von einem gekreuzigten Zimmermann aus Nazareth. Und in den berauschenden Sinnestaumel des Artemiskultes und der Zauber- und Liebesliteratur der Epheser konnte er nur die geheimnisvollen Erzählungen über ein Stück Broteinbringen, das sich unter unveränderlichen Worten in ewiges Leben verwandelt. Ein mutiges Abenteuer des Paulus!

Paulus und die zwölf Männer

In Ephesus gab es eine Gruppe von 12 Männern, die durch ihre strenge und zurückgezogene Lebensweise die Aufmerksamkeit des Paulus auf sich zogen. Er erkannte keine Freude, in ihnen und spürte auch keine charismatische Begabung in ihrem Kreis. Sie waren eine kleine Gemeinschaft von frommen Brüdern, die im Sinne Johannes des Täufers beteten und fasteten. Paulus sah, dass sie noch ungetauft waren, von Christus kaum etwas wussten und auch vom Pfingstfest noch nichts gehört hatten. Er unterwies sie also und nahm sie durch Taufe und Handauflegung in die junge Kirche auf. Ihr Geist wurde von einem neuen Lichterfüllt, ihr Herz bebte in aufgeregter Freude, und der Hl. Geist sprach in ihnen und durch sie. Es ist anzunehmen, dass sie bald zum Mitarbeiterkreis des Paulus gehörten.

Fragmente aus dem Buch „Paulus in Ephesus“ von Msgr. Thomas Schmid

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