Hl. Mutter Gottes Maria in Ephesus
Unsere Ephesus-Gemeinschaft schließt sich jener Überlieferung an, die besagt, dass der Apostel Johannes nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu in Kleinasien gewirkt hat. Durch eine Christenverfolgung floh er mit Maria, der Mutter des Herrn, nach Ephesus.
Der Kreuzweg
Die Heilige Jungfrau Maria hatte vom Apostel Johannes in der Nähe ihrer Wohnung einen Kreuzweg errichten lassen. Sie hatte die Orte des bitteren Leidens Jesu selber geordnet und ihren Abstand nach Schritten gemessen. Diese Schritte, die ihr Sohn gehen musste und die sie mitgegangen ist, hatte sie nach dem Tod Jesu so oft gezählt. Jeder von ihnen war unverzichtbar auf dem Erlösungsweg.
An genau festgelegten Stellen ließ sie jeweils einen Denkstein an die Leidensstationen aufstellen. Maria ritzte in den Steinen, was dort geschehen war und wie viele Schritte es von Anfang bis dahin waren.
Es waren zwölf Stationen. Und am Ende führte der Weg in ein Gebüsch, wo eine Höhle an einem Hügel als heiliges Grab dargestellt war. Die glatten Denksteine von weißem Marmor befanden sich in kleineren oder größeren Bodenvertiefungen, die mit Gras und Blumen bewachsen und ringsum eingezäunt waren.
Die Entstehung der Kreuzwegandacht in Jerusalem
Die heiligste Jungfrau hatte, mit Maria Magdalena und Johannes, in einem Winkel der Hallen des Forums die Verurteilung Jesus miterlebt. In der Zeit, da Jesus zu Herodes gebracht wurde, ließ Maria sich von Johannes und Maria Magdalena den Weg zeigen, den ihr göttlicher Sohn seit seiner Gefangennahme am Vorabend gegangen war. An vielen Stellen hielten sie in Trauer und Mitleiden inne, und dort, wo Jesus gefallen war, sank die heiligste Mutter nieder und küsste unter Tränen die Erde. Schon vor dem Kreuzweg, wie wir aus der Überlieferung kennen, suchte seine sündenlose Mutter danach, seine inneren und äußeren Leiden in unendlicher Liebe zu teilen. Jeden Schritt wollte Maria ehren, beweinen und für das Heil der Welt zum himmlischen Vater erheben. Sie sammelte jeden Schritt und Tritt gleich einem geheimnisvollen Gut zur Erlösung der Menschheit. Wie in einer Schatzkammer bewahrte sie alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und durchlitt es in ewiger Liebe zu ihrem Sohn.
Verbindung mit Jesus durch den Kreuzweg
Nach den Aufzeichnungen der Visionen der Seligen Anna Katharina Emmerich ging Maria den Ephesus Kreuzweg meistens zweimal pro Tag, am frühen Morgen und am späten Abend. Man könnte sagen: Maria wollte rund um die Uhr mit Jesus verbunden bleiben.
Das Mariengrab
Am Ende des Kreuzweges, an einem Hügelrücken, ließ Johannes eine Höhle als das heilige Grab gestalten.
Der Weg in die Höhle führte durch dichtes Gebüsch. Als nun die Gottesmutter im Sterben lag, gestaltete man dieses Heilige Grab so um, dass es sich zu ihrer Bestattung eignete.
Unter dem Schutt der Zeiten verborgen
Der Kreuzweg ist im Lauf der Jahrhunderte aus dem Blick geraten und liegt zusammen mit dem Grab Mariens unter dem Schutt der Zeiten verborgen, bis beide zu gottgewollter Zeit wieder ans Tageslicht kommen sollen. Kenntnis darüber hat man aus den Visionen der Seligen Anna Katharina Emmerich und durch einzelne aufgefundene Steine, die der Beschreibung der Denksteine entsprechen.
Fragmente aus den Büchern „Johannes und Maria in Ephesus” sowie „Ephesus Kreuzweg“ von Msgr. Thomas Schmid